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Tag 13: Weimar, Goethe, Demokratie & Nudeln mit Pesto

  • apkolke
  • 26. Mai
  • 3 Min. Lesezeit

Der Tag beginnt herrlich entspannt:


Gemütliches Aufstehen, Frühstücken, anderen Campern beim Abreisen zusehen – ein bisschen wie Live‑Fernsehen, nur ohne Werbung.

Nach dem Frühstück satteln wir die Indian, steigen auf

und reiten Richtung Weimar.

Hulk bleibt zurück und genießt seinen freien Tag.

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🏍️ Ankunft in Weimar – Helme weg, Freiheit her

In Weimar suchen wir ein schattiges Plätzchen, verstauen Helme und Lederjacken im Schutz‑Sack und ketten alles ans Motorrad.

Dann geht’s los – leicht wie zwei T‑Shirt‑Touristen, die sich fühlen, als hätten sie gerade 20 Kilo Ballast abgeworfen.


👥 Goethe & Schiller – das berühmteste WG‑Pärchen Deutschlands

Erste Station: das Goethe‑Schiller‑Denkmal vor dem Nationaltheater.

🗿 Fun Facts:

  • 1857 enthüllt – und seitdem DAS Selfie‑Motiv Weimars.

  • Goethe und Schiller stehen so eng beieinander, dass man denkt, sie hätten gemeinsam eine Familienpackung Haargel benutzt.

  • Das Denkmal ist Symbol für die Weimarer Klassik, also die Zeit, in der Weimar das „Silicon Valley der deutschen Kultur“ war.

Wir machen natürlich ein paar Fotos – Pflichtprogramm.


🏛️ Haus der Weimarer Republik – Demokratie zum Anfassen

Direkt gegenüber liegt das Haus der Weimarer Republik – und das haut uns um.

🏛️ Fakten, die hängen bleiben:

  • Hier tagte 1919 die Nationalversammlung, die die erste demokratische Verfassung Deutschlands beschloss.

  • Frauen durften erstmals wählen und gewählt werden.

  • Der 8‑Stunden‑Arbeitstag wurde eingeführt.

  • Die Weimarer Verfassung diente später vielen anderen Ländern als Vorlage.

Wir verbringen über 2 Stunden im Museum – und sind beeindruckt, wie modern, mutig und fortschrittlich diese Epoche begann.


🏰 Stadtschloss & Bastille – Bach im Arrest

Weiter geht’s zum Stadtschloss Weimar.

🎼 Fun Fact:

  • In der „Bastille“, dem Gefängnisturm des Schlosses, saß Johann Sebastian Bach 1717 vier Wochen lang im Arrest.

  • Grund: Er wollte kündigen. Sein Chef fand das nicht so gut.

  • Fazit: Selbst Genies müssen manchmal in den „Time‑out‑Tower“.


🕍 Rathaus, Herderkirche & Cranach‑Altar

Wir schlendern weiter zum Rathaus 

und zur Stadtkirche St. Peter und Paul.

✨ Fakten:

  • Die Kirche beherbergt den berühmten Cranach‑Altar – ein Meisterwerk der Renaissance.

  • Der Altar überlebte mehrere Stadtbrände und Kriege.

  • Heute ist er eines der wichtigsten Kunstwerke Thüringens.


📚 Herzogin Anna Amalia Bibliothek – Bücher, die schöner wohnen als wir

Nächster Halt: die Herzogin Anna Amalia Bibliothek.


📚 Fakten:

  • Berühmt für ihren Rokoko‑Saal – ein Raum, der aussieht, als hätte ein Engel ihn eingerichtet.

  • 2004 brannte ein Teil der Bibliothek – über 50.000 Bücher wurden beschädigt.

  • Dank riesiger Restaurationsprojekte ist sie heute wieder ein Juwel.



🌿Goethes Gartenhaus – der Dichter, der Park und sein „Tiny House“ avant la lettre

Bevor wir Weimar endgültig den Rücken kehren, verdient ein Ort noch eine kleine Sonderbehandlung:


Goethes Gartenhaus im Park an der Ilm.

Denn dieses Häuschen ist nicht einfach irgendein Häuschen –

es ist quasi Goethes persönliches Start‑up,

sein Kreativlabor, sein Rückzugsort, sein „Ich‑muss‑mal‑raus‑von‑den‑Leuten“-Platz.

Wir schlendern durch den Park an der Ilm, der sich an diesem Tag so sonnig und friedlich zeigt, dass man fast erwartet, Goethe selbst käme gleich um die Ecke, mit Federkiel und einem leicht genervten Blick, weil ihm wieder jemand „Werther 2“ aufschwatzen will.

Und dann steht es da:


Das Gartenhaus.


Klein, charmant, weiß – und mit einer Aura von „Hier wurde Weltliteratur geboren“.

Was das Gartenhaus so besonders macht

(und warum Goethe es vermutlich geliebt hat)

  • Goethes erstes eigenes Zuhause in Weimar

    Als er 1776 nach Weimar kam, bekam er das Gartenhaus vom Herzog quasi als „Willkommensgeschenk“. Andere bekommen Blumen – Goethe bekam Immobilien.

  • Hier schrieb er Teile des „Werther“


    Der Roman, der halb Europa in Liebeskummer stürzte, entstand teilweise genau hier.

    Man könnte sagen: Das Gartenhaus ist der Geburtsort der literarischen Emo‑Phase.

  • Goethe experimentierte hier mit Naturwissenschaften


    Pflanzenstudien, Farbenlehre, Meteorologie – das Gartenhaus war sein persönliches „Forschungszentrum“.


    Heute würde man sagen: „Goethe hatte ein Hobby‑Labor im Garten.“

  • Der Park an der Ilm war sein Fitnessstudio


    Goethe spazierte hier täglich.


    Nicht, weil er Schritte sammeln wollte – sondern weil er dachte, dass Bewegung den Geist beflügelt.


    (Und weil es damals noch keine E‑Scooter gab.)

  • Das Gartenhaus ist ein Symbol der Weimarer Klassik


    Es steht für die Verbindung von Natur, Kunst und Denken – also alles, was Goethe liebte.


    Und was Weimar bis heute ausmacht.


🏍️ Indian wiederfinden – und zurück in die Sonne

Am späten Nachmittag suchen wir unsere Indian – und finden sie erstaunlich schnell.

Rauf, starten, zurück zum Campingplatz.

Dort genießen wir die Sonne vor Hulk, bevor wir zum ersten Mal unsere Campingküche anwerfen:


Nudeln mit Pesto.

Dazu ein Fläschchen Rosé,

das zuverlässig dafür sorgt, dass wir den Tag nochmal durchsprechen – und irgendwann nur noch lächeln.

Dann: Schlafplatz herrichten, ab unter die Decke.


Ende Tag 13.

 
 
 

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