Tag 05 - Palermo
- apkolke
- vor 2 Tagen
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Von Staufer-Spätzle, schweißtreibender Kultur und der Rettung durch den grünen Hulk
Die Nacht war tropisch. Genauer gesagt: 26 Grad im Camping-Anhänger, was in etwa dem Mikroklima eines schwäbischen Umluftbackofens entspricht.

Unsere zwei winzigen Ventilatoren kämpften tapfer gegen den Hitzetod an, schaufelten aber im Wesentlichen nur warme Luft von links nach rechts.
Die Rettung folgte im gemütlichen Campingplatz-Café: knusprige Croissants und ein Cappuccino, der stark genug war, um Tote aufzuerwecken.


An der Rezeption gab man uns den weisen Rat, für den Trip ins 33 Grad heiße und luftfeuchte Palermo den Zug zu nehmen.
Der Fußmarsch zum Bahnhof glich zwar einer Nahtoderfahrung durch Spontanverdunstung, doch im Zug erwartete uns der pure Luxus: eine funktionierende Klimaanlage! Für eine halbe Stunde waren wir die glücklichsten Menschen Siziliens.

Am Hauptbahnhof Palermo schlug uns die Großstadt-Hitze dann wie eine nasse Wand entgegen. Wir kämpften uns über die Touri-Meile Via Vittorio Emanuele bis zur gewaltigen Kathedrale.

Das Bauwerk ist beeindruckend, aber das wahre Highlight wartete im Inneren: Die Grabstätten der schwäbischen Staufer-Könige Heinrich VI. und Friedrich II.


Spätestens hier war die historische Wahrheit unumstößlich bewiesen: Die Spaghetti stammen in direkter Linie von den schwäbischen Spätzle ab. Wer etwas anderes behauptet, leugnet die Weltgeschichte!


Gleich um die Ecke wartete das Palazzo dei Normanni. Die Wikinger-Nachfahren hatten es sich hier einst gemütlich gemacht, bis die Schwaben meinten, sich im wahrsten Sinne des Wortes einmischen zu müssen: Heinrich VI. heiratete einfach die Tochter von Normannen-König Roger II. und schwupps – hatte das Ländle das Zepter in der Hand.
Schwäbische Sparsamkeit trifft normannische Härte, eine unschlagbare Kombination.



Sizilien und Cosa Nostra - hängt irgendwie zusammen.


I

Nach so viel Hochkultur meldeten sich die Füße. Wir flüchteten aus dem Getümmel in ein ruhiges Seitengässchen, um bei erstklassigen Käse-Häppchen und herrlich gekühltem Weißwein das bunte Treiben der Einheimischen zu beobachten.

Als die Nase schließlich voll von Hupkonzerten, Hitze und Großstadthektik war, traten wir die Rückreise nach Isola delle Femmine an.

Zurück auf dem Campingplatz gab es nur ein Ziel: Ab unter die eiskalte Dusche, um den Staub von Palermo und den Schweiß der Jahrhunderte abzuwaschen.


Den Abend ließen wir schlicht perfekt ausklingen: ein kühles Bierchen, knackige Panini und ein gemütlicher Platz im Klappstuhl direkt vor unserem grünen Hulk.
Großstadt ist schön – aber das Feierabendbier am Zelt ist unschlagbar.





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