Tag 07 - In Archimedes Geburtstadt
- apkolke
- vor 21 Stunden
- 2 Min. Lesezeit
Von griechischen Helden, fahrbaren Eisschränken und dem großen Hechtsprung
Hallelujah! Wir schlagen die Augen auf und stellen fest: Wir leben noch, und die Betten haben sich über Nacht nicht in einen brodelnden Magmateich verwandelt. Zum ersten Mal seit Beginn der Zeitrechnung wachen wir einigermaßen ausgeruht auf.
Hochmotiviert schlingen wir unser Frühstück herunter, denn heute steht Kultur auf dem Plan: Syrakus! Natürlich stilecht auf dem Motorrad, wie sich das für echte, knallharte Biker gehört.
Soweit die Theorie. Die Realität sah nach dem Anziehen der Schutzkleidung allerdings so aus: Bereits beim Starten des Motors lief uns der Schweiß in Sturzbächen durch Ritzen, von denen wir gar nicht wussten, dass wir sie besitzen.

Die spontane Planänderung folgte auf dem Fuß. Motorrad aus, Helm ins Eck gepfeffert und ab in die Blechkiste mit der wohl wunderbarsten Erfindung der Menschheit: der Klimaanlage. Mit gefühlten minus fünf Grad im Auto steuerten wir also Syrakus an.
Ziel des Tages: Ortigia, die historische Keimzelle der Stadt. Hier legten einst die alten Griechen den Grundstein für eine mächtige Metropole. Was sie uns hinterlassen haben? Wunderschöne, sagenumwobene Ruinen und ein Labyrinth aus engen, malerischen Gassen.


Was sie uns leider nicht hinterlassen haben: Schatten. Bei geschmeidigen 35 °C im Schatten (der praktischerweise fast nie dort war, wo wir standen) mutierte unser Kulturspaziergang schnell zu einer taktischen Überlebensübung.



Das Prinzip war simpel: Sprint von Häuserschatten zu Häuserschatten, unterbrochen von rettenden Zwischenstopps in klimatisierten Bars. Unser Feuchtigkeitshaushalt verlangte nach kontinuierlicher Flüssigkeitszufuhr, um ein spontanes Verpuffen unserer Körper zu verhindern.


Historische Süsswasserquelle mit Papyrus-Pflanzen:



Nachdem wir uns durch die Gassen geschwitzt, ein kleines Abendessen verdrückt und die lokalen Souvenirhändler glücklich gemacht hatten (im Gepäck: Keramik, ein schickes Künstler-T-Shirt und flüssige Vorräte), traten wir den Rückzug an. Über den Parkplatz ging es zurück zum Campingplatz – und dort zählte nur noch eins: Lichtgeschwindigkeit.
Badesachen übergestreift, keine B-Note für Haltung abgewartet und mit einem epischen Hechtsprung ab in den Pool.

Aaaaaahhhh! Zischen musste es eigentlich, als wir ins Wasser eintauchten. Was für eine göttliche Wohltat!
Nach ausgiebigem Planschen verlangte die Realität noch ihren Tribut: Wäsche waschen. Wer bei 35 °C Kultur erlebt, produziert Kleidungsmüll im Akkord.

Aber selbst das konnte die Stimmung nicht mehr trüben. Frisch geduscht, mit einem eiskalten Aperol Spritz in der Hand, machten wir es uns vor unserem „Hulk“ gemütlich.

Fazit: Ein extrem hitziger Tag, den wir meisterhaft pariert haben – die alten Griechen wären stolz auf uns gewesen!





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