Tag 13 - Von Sardinen-Shuttles, königlicher Geometrie und einem kulant kühlenden Felsenkeller
Aktualisiert: 14. Sept.
08.09.2026
09:15 Uhr – Die Illusion des friedlichen Morgenstarts
Der Tag begann wie jeder gute Routine-Morgen: Müsli, Orangensaft, Kaffee. Kulinarisch im Winterschlaf, aber mental bereit für ein Rendezvous mit Kaiser Friedrich II. Gegen 9:15 Uhr rollte unser Bolide in Richtung Castel del Monte – der legendären, achteckigen Festung des Stauferkönigs. Nach gut einer Stunde Fahrt bogen wir auf den bewachten Parkplatz ein. Ein flüchtiger Blick auf die überschaubare Anzahl geparkter Autos entlockte uns ein Naiv-Optimistisches: „Ach guck mal, kaum was los heute!“
Spoiler: Wir hatten die Reisebusse nicht gesehen.
Als wir mit unseren frisch gelösten Shuttle-Tickets zur Haltestelle schlenderten, traf uns der Schlag: Ganze Völkerwanderungen im Rentner- und Reisegruppen-Format blockierten den Bussteig.

Der anschließende Einstieg in den Shuttle-Bus definierte den Begriff „Körpernähe“ völlig neu. Wir wurden von erfahrenen Busfahrern so kompakt zusammengepresst, dass an Naseputzen oder Jucken am Rücken nicht einmal zu denken war. Ein hochgradig effektives Sardinen-Kuscheln auf Rädern!

10:30 Uhr – Die Magie der acht Ecken
Am Zielort angekommen, wurden wir mit den Menschenmassen wieder aus dem Bus geschleudert. Bewaffnet mit Audioguides und Eintrittskarten betraten wir schließlich die beeindruckende Burg.

Und man muss dem alten Friedrich lassen: Der Mann wusste, wie man baut. Die perfekte Achteck-Geometrie, der spektakuläre Innenhof und die zwei Etagen ausgeklügelte Mittelalter-Architektur lassen einen den Trubel für einen Moment vergessen.
Ingenieurskunst vom Feinsten!




Nach der Dosis Kultur ging es zurück zur Bushaltestelle. Überraschung! Die Schlange war gefühlt bis nach Neapel gewachsen. Die Reisegruppen wollten nämlich auch wieder zurück. Kurzer Entschluss: Trotz tropischer Hitze pfeifen wir auf das Shuttle-Ticket und nehmen die Beine in die Hand. Vorteil: Es ging nur bergab. Nichts stärkt den Charakter mehr als ein schweißtreibender Abstieg im Selbstbewusstsein, dem Sardinen-Bus getrotzt zu haben.

16:00 Uhr – Die Höhlen von Matera & die Suche nach Schatten
Zurück am Campingplatz blieben exakt zwei Stunden für die Wiederherstellung der menschlichen Würde: Duschen, Beine hochlegen und kurz durchatmen. Um 16:00 Uhr brachte uns das nächste Shuttle in die Altstadt von Matera. Diesmal auf eigene Faust unterwegs, erkundeten wir die faszinierenden Gassen des Sasso Caveoso.



Absoluter Hingucker: Die Kirche Santa Maria de Idris, die spektakulär in einen einzelnen, riesigen Felsblock hineingemeißelt wurde, der mitten aus den Sassi herausragt.

Nach ein paar kleinen Einkäufen und zwei überlebenswichtigen Zwischenstopps in lokalen Bars meldete sich der Magen für das eigentliche Tageshighlight.
Abend – Das königliche Felsen-Geburtstagsmahl im La Lopa
Für unser Geburtstags-Abendessen ging es ins Restaurant La Lopa. Der Tisch lag tief in den kühlen Felsenräumen – ein absoluter Traum nach der Hitze des Tages. Was folgte, war ein kulinarischer Siegeszug:
Köstliche Vorspeisen, die den Gaumen aufwärmten,
Hervorragende Hauptgänge,
Der krönende Nachtisch inklusive der obligatorischen Espressi.
Begleitet von einem fantastischen Rosato, der die Geschmacksknospen tanzen ließ.



Spät abends – Der finale Betten-Blues
Nach diesem epischen Festmahl schlug die Müdigkeit gnadenlos zu. Ein herbeigerufenes Taxi chauffierte uns erschöpft, aber überglücklich zurück zum Campingplatz. Dort folgte die gewohnte Abend-Choreografie: Kram wegräumen, Bett aufbauen und mit Schwerkraft-Unterstützung hineinfallen lassen.

Fazit des Tages: Friedrich II. hatte achteckig recht – Castel del Monte ist spitze, aber Materas Felsenkühlung und ein guter Rosato sind durch nichts zu ersetzen!





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