Tag 12 - Magische Entdeckungen in Matera und ein unvergesslicher Guide
Aktualisiert: 14. Sept.
07.09.2026
Polar-Kälte, Promi-Führung und das Rätsel der grünen Schlappen
Gänsehaut am Morgen! Die Quecksilbersäule stürzte über Nacht auf arktische 21 °C ab – ein Temperatursturz von ganzen 5 Grad, der uns fast dazu veranlasst hätte, die Daunenjacken aus dem Camper zu kramen.

Zur Feier dieses historischen Kälteeinbruchs gönnten wir uns ein extrem exotisches Kulinarik-Highlight: Müsli mit Kaffee. Schon wieder. Man gönnt sich ja sonst nichts.
Pünktlich um 9:00 Uhr geschah das nächste Wunder: Wir saßen tatsächlich im Shuttlebus nach Matera!

Am Steuer saß eine Kongolesin, die uns sicher in die Innenstadt chauffierte. Kaum ausgestiegen, machten wir Nägel mit Köpfen und buchten für 13:00 Uhr eine exklusive Privatführung – nur Anita und ich.
Die zweieinhalb Stunden Wartezeit vertrieben wir uns äußerst sinnvoll: Wir mäanderten von einem gemütlichen Café ins nächste und erledigten einen hochspeziellen Einkaufsbummel.


Ersatz für unsere verloren gegangene Dämpfungsmatte unter der Auffahrrampe musste her! Die Lösung? Ein Paar strahlend grüne Gummi-Schlappen.

Funktional, schick und garantiert die stilvollste Unterlegscheibe Süditaliens.
Um 13:00 Uhr schlug dann die Stunde unseres Guides: Auftritt Salvatore! Ein Mann wie ein Theaterstück. Mit einem turbanähnlichen Gebilde auf dem Kopf, das seine mächtigen Dreadlocks bändigte, dirigierte er uns durch die Sassi.

Mal laut und wild gestikulierend, mal leise und philosophisch nach englischen Vokabeln suchend.

Ob wir mit diesem wandelnden Gesamtkunstwerk aufgefallen sind? Ein bisschen. Ob wir immensen Spaß hatten? Definitiv!
Salvatore ist Materaner durch und durch.



Nebenbei erfuhren wir noch, dass er sich, passend zur Frisur, auch als Reagae Musiker betätigt
Das alte Regierungsgebäude

Sein Großvater half damals noch bei der Evakuierung der 20.000 Höhlenbewohner wegen der ominösen „großen Schande“, während sein Vater Jahre später mitanpackte, um die Höhlen wieder bewohnbar zu machen. Echte Familiengeschichte hautnah!


Salvatore quasselte und gestikulierte allerdings so leidenschaftlich, dass wir glatt unseren Shuttle zurück zum Campinplatz verpassten. Kein Problem für den Meister der Improvisation: Kurzerhand verhaftete er seine Frau – exakt die kongolesische Shuttle-Fahrerin vom Morgen! – und organisierte uns einen privaten Heimfahrservice zum Campingplatz. Matera ist halt auch nur ein Dorf.
Zurück am Platz erst einmal runter fahren bei Feige, Oliven, Pistazien und Aperol Spritz...

Abends folgten wir Salvatores kulinarischer Geheimempfehlung fürs Platzrestaurant: Pignata (ein deftiger Schmortopf mit Ziegenfleisch, Ziegenkäse und Gemüse) sowie Pasta mit den lokalen Cardoncello-Pilzen. Was soll man sagen? Der Mann hat Ahnung! Es war eine absolute Gaumenexplosion.
Ein, zwei edle Tröpfchen Wein später forderten der Kälteschock vom Morgen, die vielen Höhenmeter und die Reizüberflutung ihren Tribut. Wir wankten glücklich in die Koje – bewacht von zwei leuchtend grünen Gummi-Schlappen unter den Reifen.





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