
Tag 11: Von Weiher‑Idylle zu Weltgeschichte und wieder zurück
- apkolke
- 24. Mai
- 2 Min. Lesezeit
Der Tag beginnt mit einem Geräusch, das niemand liebt:
Der Wecker um 7 Uhr.

Er klingelt, als wolle er sagen: „Los, raus aus den Federn, ihr habt 300 Kilometer vor euch!“
Wir antworten mit einer Mischung aus Katzenwäsche, Frühstück und Hulk‑Tetris.

Hulk wird aufgeräumt, die Indian hineingeschoben, alles verzurrt – und das alles in einer Geschwindigkeit, die olympisch hätte sein können.
Um 10 Uhr rollen wir schon vom Platz.
Tschüss, kleines Weiher‑Paradies. Wir werden die Frösche vermissen. Die Mücken eher nicht.
🛣️ 300 Kilometer – aber bitte mit Landschaft
Heute geht’s Richtung Weimar, aber nicht über die Autobahn.
Nein, wir fahren 250 Kilometer bewusst über Landstraßen, weil wir ja schließlich etwas sehen wollen – und weil Hulk auf der Autobahn immer so tut, als wäre er ein Güterzug.
Die Strecke Richtung Leipzig ist abwechslungsreich: Felder, Wälder, Dörfer, Kühe, die uns skeptisch anschauen.

Leipzig umfahren wir kurz auf der Autobahn, dann wieder runter – zurück auf die Landstraße, wo Hulk sich wohler fühlt.
🏕️ Ankunft in Ettersburg – Campingplatz‑Choreografie
Am Campingplatz angekommen läuft alles wie ein eingespieltes Ballett:
Hulk abkoppeln
ausrichten
Indian entladen
Vorzelt anbauen
Wir könnten Eintritt verlangen, so professionell sieht das inzwischen aus.
🏰 Schloss Ettersberg – Kultur mit Aussicht
Auf dem Weg zur Gedenkstätte kommen wir am Schloss Ettersberg vorbei – ein hübsches Schlösschen, das so tut, als wäre es aus einem Goethe‑Roman gefallen.

🏰 Fakten zu Schloss Ettersberg:
Erbaut im 18. Jahrhundert als Jagdschloss der Herzöge von Sachsen‑Weimar‑Eisenach.
Goethe war hier regelmäßig zu Gast – vermutlich, weil er die Aussicht mochte und die Küche besser war als in Weimar.
Heute dient es als Kultur‑ und Veranstaltungsort und ist ein beliebtes Ausflugsziel für Spaziergänger, die gerne „Oh, schön!“ sagen.
Wir laufen weiter – begleitet von Mücken, die offenbar dachten, wir seien das Buffet.
🕯️ Gedenkstätte Buchenwald – ein Ort, der still macht
Nach 3,5 Kilometern erreichen wir die Gedenkstätte Buchenwald.
Die Öffnungszeit zwingt uns zu einer verkürzten Besichtigung, aber selbst eine Stunde reicht, um die Schwere des Ortes zu spüren.
Wir sehen u. a. die Ruine des Bärengeheges, das die SS‑Wachmannschaften zur Unterhaltung nutzten – direkt neben dem Zaun des Lagers.

Ein Kontrast, der einem den Atem nimmt.





🕯️ Fakten zu Buchenwald – kompakt & respektvoll:
Bestand von 1937 bis 1945 als eines der größten Konzentrationslager auf deutschem Boden.
Über 250.000 Menschen waren hier inhaftiert.
Zehntausende starben durch Zwangsarbeit, Hunger, Gewalt und medizinische Experimente.
Nach 1945 nutzte die sowjetische Besatzungsmacht das Gelände als Speziallager Nr. 2.
Heute ist es eine zentrale Gedenkstätte für Erinnerung und Mahnung.
Der Rückweg geht schneller – nicht nur wegen der Mücken, sondern auch wegen der knurrenden Mägen.
🍽️ Geräucherte Forelle & dunkles Bier – wir leben wieder
Zurück am Campingplatz geht’s direkt in die Gaststätte.
Geräucherte Forelle, dunkles Bier – und plötzlich ist die Welt wieder leichter.
⚽ DFB‑Pokal – und der Abend kippt
Wir schalten das Tablet ein, um das Pokalfinale Bayern vs. Stuttgart zu schauen.
Ergebnis: 3:0 für Bayern.
Kommentar: „Die Zeit hätte ich sinnvoller nutzen können.“
Zum Beispiel Mücken zählen.
🐸 Froschkonzert & Rückzug in den Hulk
Nach dem Spiel beobachten wir noch Frösche am Weiher – die singen wenigstens schöner als Bayern spielt.

Doch der Abend wird kühler, und Hulk ruft.
Bett aufbauen, unter die Decke huschen –
Ende Tag 11.





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