Tag 09 - letzte Etappe Sizilien
Aktualisiert: 14. Sept.
04.09.2026
Von tierischer Gemütlichkeit, schweißtreibenden Falt-Akrobatiken und dem Sieg des Gaskochers.
Manche lernen aus ihren Fehlern, wir perfektionieren sie einfach. Der Plan war glasklar: Früh aufstehen, packen, bevor die sizilianische Sonne das Thermometer pulverisiert. Die Realität um 9:00 Uhr: Wir liegen immer noch da und blinzeln träge. Das Resultat war die bewährte, absolut kostenlose Camping-Gratis-Sauna. Während die Hühner, Katzen und Hunde des Bauernhof-Tierparks uns verwundert beäugten und die freundlichen Betreiber uns Mitleidsblicke zuwarfen, betrieben wir Hochleistungssport. Zelthaut falten, Stangen stopfen, Matratzen verfluchen – und natürlich die tägliche, hochoffizielle Schatzsuche nach Autoschlüsseln, Sonnencreme und dem einen Hering, der sich immer unsichtbar macht.
Schweißgebadet, aber siegreich, wurde schließlich der Hänger angekoppelt.

Im Kofferraum klapperten stolz drei Liter flüssiges Gold – frisches Olivenöl direkt vom Hof.

Tschüss Siracusa, du warst wunderbar!
Ab auf die Autostrada gen Norden. Nach gut 130 Kilometern rollsicherer Fahrt erreichten wir Sant’Alessio Siculo, kurz hinter Taormina. Beim Einchecken trafen wir auf italienische Platz-Bürokratie in Reinkultur. Das Auto neben den Hänger stellen? Mamma Mia, ein organisatorischer Gradfrequenz-Anschlag! Nach einer leidenschaftlichen Diskussion mit Händen, Füßen und sizilianischem Charme gab es schließlich grünes Licht.


Unser kleines Wohlfühlreich stand blitzschnell – und wir lagen keine fünf Minuten später in den erfrischenden Wellen des Meeres, um den Schweiß des Tages wegzuspülen.



Heute blieb die Speisekarte des lokalen Restaurants unangetastet. Die Mini-Küche wurde reaktiviert! Ein kurzer Orientierungslauf zum Supermarkt um die Ecke lieferte die letzten frischen Zutaten. Während die Sonne sich langsam verabschiedete, verwandelten wir den Platz vor unserem treuen „Hulk“ in ein Gourmet-Restaurant.

Es wurde geschnippelt, gebrutzelt und gebraten.

Dazu köpften wir unser wohlgehütestes Heiligtum: ein Fläschchen unseres Lieblings-Rosés aus dem Piemont, das wir brav über hunderte Kilometer mitgeschleppt hatten. Was soll man sagen? Sterne-Gastronomie kann einpacken.

Zum krönenden Abschluss schnappte sich Anita die verbliebenen Leckerbissen und übernahm ihren Ehrenamtsposten als offizielle Beauftragte für die Streicheleinheiten aller Platz-Katzen.

Mit glücklichen Samtpfoten um uns herum und einer herrlichen Meeresbrise im Gesicht ließen wir diesen Tag perfekt ausklingen. Sicila, du hast uns wieder!





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