Tag 08 - Sonne, Steine und Hunger
Aktualisiert: 14. Sept.
03.09.2026
Von antiken Steine-Haufen, barocken Brautpaaren und der epischen Jagd nach Nahrung
Der Morgen begann um 7:30 Uhr – eine Zeit, zu der selbst die Mücken auf Sizilien noch im Tiefschlaf liegen. Nach der angenehm kühlen Nacht gab es erst einmal ein gemütliches Frühstück direkt vor unserem treuen Gefährt, dem „Grünen Hulk“. Während wir unser Koffein-Depot auffüllten, schmiedeten wir den Schlachtplan für den Tag.
Das Ziel: Der Archäologiepark von Syrakus. Oder anders gesagt: Kultur pur!
Im Park angekommen gab es das volle Programm: Das sagenumwobene „Ohr des Dionysios“,

ein beeindruckendes griechisches Theater,


ein nicht minder spektakuläres römisches Amphitheater und…


nun ja, im Wesentlichen kilometerweise Steine. Sehr alte Steine. Sehr historische Steine. Aber ab Stunde zwei bei erbarmungslos herabbrennender Sonne verliert selbst der antikste Marmorblock ein wenig von seinem magischen Charme und sieht einfach nur noch aus wie ein extrem heißer Stein.


Nach knapp drei Stunden sanftem Dünsten im eigenen Saft traten wir die Flucht zurück zum Campingplatz an. Rettung versprachen der Pool und eine ausgiebige Siesta im Schatten.

Wer auch immer die mediterrane Mittagsruhe erfunden hat: Danke. Sie hat uns heute definitiv das Leben gerettet.
Frisch regeneriert starteten wir gegen 15:30 Uhr zur zweiten Etappe: Noto, die unbestrittene Perle des sizilianischen Barocks.



Kaum hatten wir die Kathedrale erreicht, wurden wir Zeugen einer Szene wie aus einem Dolce-Vita-Werbefilm: Ein frisch verheiratetes Paar strömte aus der Kirche, flankiert von einem hellblauen VW-Käfer als Hochzeitsauto.


Das Vehikel passte so perfekt vor die barocke Kulisse, dass man kurz nach der versteckten Kamera suchte.
Nachdem wir die Altstadt ausgiebig durchstreift hatten, meldete sich der Magen mit Nachdruck. Der Plan war simpel: Meerblick und leckeres Essen. Die Realität: Lido di Noto. Das erste anvisierte Restaurant? Geschlossen. Das zweite? Ebenfalls dicht. Sizilianische Öffnungszeiten sind eher eine vage Empfehlung als eine feste Regel.
Wir hangelten uns also auf gut Glück die Küste entlang, bis wir in Ognina endlich fündig wurden.

Zwar verkündete die Küche auch hier, dass warmes Essen erst ab 20:00 Uhr serviert wird, aber der Koch erwies sich als Engel in Schürze: Zur Überbrückung zauberte er uns eine sensationelle Platte mit köstlichen kleinen Häppchen auf den Tisch. So lässt sich das Warten auf die Hauptspeise absolut verkraften!
Mit prall gefüllten Mägen ging es schließlich zurück zum Campingplatz. Schnell unter die Dusche, das Salz des Tages abwaschen, und ab auf die Klappstühle vor dem Hulk. Mittlerweile haben sich drei neue Camper auf dem Areal breitgemacht – die perfekte Kulisse, um den Abend bei einem kühlen Getränk entspannt ausklingen zu lassen.





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